AIRBALL

Dass ein Ball durch die Luft fliegt, wenn man ihn auf den Korb wirft, ist nichts Ungewöhnliches. Im Regelfall trifft man das Brett oder den Ring, vielleicht fällt das orangene Leder sogar durch den Korb. Besonders schön sieht es aus, wenn es Brett und Ring gar nicht berührt, sondern direkt durch das Netz flutscht. Das nennt man swish“. Wenn der Ball allerdings viel zu kurz geworfen wurde, so berührt er nichts als Luft und genau davon wird der Begriff „Airball“ abgeleitet. Letztlich ist er ein Fehlwurf wie jeder andere, allerdings in aller Regel begleitet mit jeder Menge Häme der gegnerischen Fans und hier und da auch der Mitspieler. Vergleichbar ist das mit dem Stürmer beim Fußball, der den Torwart bereits überspielt hat, auf das freie Tor läuft und trotzdem nicht trifft. Also, wenn man einen Basketball wirft, sollte man zusehen, dass der Ball wenigstens Kontakt mit der Korbanlage aufnimmt...

BACK DOOR

Back door bezeichnet eine Schneidebewegung (Cut), die im Rücken des Verteidigers ausgeführt wird. Der einfachere Cut, um sich für den Ballerhalt freizumachen, ist die Bewegung auf den Ball zu. Wenn der Verteidiger jedoch aggressiv im Passweg steht, schneidet der Angreifer weg vom Ball und hin zum Korb. Der zu spielende Pass ist riskanter und benötigt einen starken Passgeber. Gelingt das Zuspiel, führt es in der Regel zu spektakulären Körben. Entwischt ein Angreifer „durch die Hintertür“, führt das in der Regel zu einem Slam Dunk (siehe unten).

CLUTCH

Übersetzt geht das Wort in Richtung Nervenstärke – z. B. um den entscheidenden Wurf zu treffen. Es gibt Spieler, die scheuen in solchen Situationen die Verantwortung, andere wünschen sich nichts sehnlicher. In den NBA-Finals war es interessant zu beobachten, dass LeBron James ein solcher Spieler sein wollte, seinem Anspruch jedoch keinen Nachdruck verleihen konnte. Dirk Nowitzkis Ego ist da anders gestrickt, er stärkt eher das Selbstvertrauen seiner Mitspieler. In den entscheidenden Momenten ist Dirk trotzdem immer zur Stelle und besitzt eine Nervenstärke, wie kaum ein anderer. Auch weil er in den Finals besonders „clutch“ war, ist er zum MVP gewählt worden.

COJONES (EIER HABEN)

Sowohl die Ausdrucksweise als auch das, was man im Basketball gemeinhin damit verbindet, sind nicht unbedingt meines. Für mich steckt ein typisches NBA-Denken dahinter. Nach dem Motto: Es muss nur einen geben, der am Ende den Wahnsinnswurf trifft... Macht dieser Spieler den feinen Unterschied aus? Oder sind es nicht eher die Jungs, die 39 Minuten so leidenschaftlich gearbeitet haben, dass die Superhelden-Aktion gar nicht mehr notwendig wird? In den USA werden solche Spieler intensivst in den Vordergrund gestellt. Oder eben die, denen es allzu oft nicht gelingt, den Big Shot zu machen. LeBron James hatte zuletzt deutlich darunter zu leiden. Jedoch sollte man nicht vergessen, was er in dem Fall 47 Minuten davor für sein Team getan hat. Basketballer, die konstant die richtige Entscheidungen treffen und diese erfolgreich abschließen, sind in vielen Augen gute Basketballer. In der Konsequenz sind sie in aller Regel auch Gewinner. Aber es braucht im Basketball doch nicht unbedingt den einen Spieler im Team, der den eigentlich unmöglichen Wurf am Ende des Spiels doch trifft. Sondern es gibt eine Vielzahl von Spielern, die während eines Spiels und während einer Saison gelernt haben, Verantwortung zu übernehmen. Für diese Spieler ist es auch normal, dies am Ende des Spiels zu machen. Die gleichmäßige Verteilung der Verantwortung für die 39 Minuten davor ist jedoch immer ein integraler Bestandteil.

CROSSOVER

Der Crossover ist eine besondere Form des Dribblings. Der ballführende Spieler sorgt mit dem Crossover für einen Hand- und Richtungswechsel. Man kann den Ball vor oder hinter dem Körper aufsetzen oder durch die Beine dribbeln. Am effektivsten ist der Crossover vor dem Körper, letztlich aber auch der gefährlichste, weil der Ball ungeschützt vor dem Verteidiger auf den Boden gesetzt wird. Um wirklich mit dem Dribbling am Verteidiger vorbei zu kommen, nutzt der Angreifer zusätzlich Finten, bei denen er vor dem Crossover den Körperschwerpunkt in die entgegengesetzte Richtung verlagert. Besonders beliebt bei Spielern und Fans sind Crossover, die dazu führen, dass der Gegenspieler stolpert und idealerweise noch dabei hinfällt. Dann spricht man von einem Ankle-Breaker, einem Crossover der dem Gegenspieler die Füße bricht.

CRUNCH TIME

Wenn ein Spiel ausgeglichen verläuft und sich keine Mannschaft bis zur Schlussphase absetzen kann, dann erreicht man die „Crunch Time“. Jeder Entscheidung kommt eine besondere Bedeutung zu, jeder Fehler kann die Niederlage besiegeln. Aber auch jede positive Aktion zeugt von besonderer Nervenstärke. Man sagt, dass in der Crunch Time entschieden wird, welche Spieler besser als nur gut sind, welche herausragend sind. Gerade NBA-Spiele sind besonders auf solche Aktionen zugeschnitten, hier sollen Helden gemacht werden. Deswegen ist es fast immer der Star des Teams, der den entscheidenden Wurf nehmen soll. Unser Ziel muss es eigentlich sein, diese Phase im positiven Sinne zu vermeiden. Unser Vorsprung soll gegen Ende bereits so hoch sein, dass wir uns nicht mehr auf den einen Wurf verlassen müssen. Wenn doch, dann gibt es in unserer Mannschaft mehrere Spieler, die den Charakter und die Fähigkeit besitzen, den letzten Wurf zu treffen. Oder den des Gegners zu verhindern.

CURL

Als Curl bezeichnet man beim Basketball eine kreisende Laufbewegung um einen indirekten Blocksteller herum. Der vermeintliche Schütze versucht seinen Gegenspieler abzuschütteln, indem er mit maximaler Geschwindigkeit einen oder mehrere Blöcke ausnutzt. Dabei ist es wichtig, dass man eng am Blocksteller abstreift, so dass kein Verteidiger mehr dazwischen Platz findet. Dieser minimale Vorteil sorgt in der Regel für die entscheidende halbe Sekunde, in der ein Schütze frei ist.

DROP STEP

Der Drop Step steht im Basketball-Einmaleins für Centerspieler als Bewegung zum Korb. Er findet Anwendung im Bereich des Low Posts, sprich an der Zonengrenze im 45°-Winkel zum Korb. Dort arbeitet der Spieler in der Regel mit dem Rücken zum Korb. Nach Ballerhalt täuscht er eine Bewegung über eine Schulter an, macht jedoch mit dem Fuß auf der Seite der anderen Schulter einen Drehschritt zum Korb. Gleichzeitig wird der Ball auf Höhe der Körpermitte einmal kräftig gedribbelt. Das Standbein wird mit einem Stemmschritt nachgezogen. Durch diese kraftvolle Bewegung erhält der Spieler ausreichend Schwung für einen Sprung mit anschließendem explosiven Finish, nicht selten per Dunking.

ENGLISCHE WOCHEN

Der größte Unterschied zwischen einer Woche mit einem Spiel am Wochenende und einer Woche mit Spielen am Freitag und am Sonntag ist, dass man sein eigenes Spiel im Training deutlich weniger weiterentwickeln kann. In „englischen Wochen“ versuchen wir trotzdem immer, einen freien Tag einzuschieben. Man muss mit den Intensitäten gut haushalten. Die Spieler sind auf der einen Seite froh, dass sie mehr spielen können und insgesamt weniger trainieren müssen, auf der anderen Seite spüren sie aber deutlich die größere körperliche und mentale Belastung. Auch die Zuschauerränge sind an solchen doppelten Spieltagen öfters weniger gut gefüllt.

FADE AWAY

Beim „Fade Away“ handelt es sich um eine besondere Form des Sprungwurfs, der in aller Regel aus der Mitteldistanz angewandt wird. Um das Risiko geblockt zu werden, zu verringern, springt der Werfer vom Boden ab, lässt sich aber, entgegen der üblichen Form, nach hinten fallen. Der Spieler steht während der Wurfaktion nicht senkrecht in der Luft, vielmehr bildet sein Körper eine Diagonale. Dadurch kann der Verteidiger nahezu nicht in den Wurfzylinder des Angreifers eindringen, um den Wurf zu blocken. Den Ball jedoch im Zurückfallen im Bogen in den Korb zu werfen, ist gar nicht so leicht, ansonsten würde diese Technik sicherlich weitaus öfter angewandt werden. Dirk Nowitzki ist für seinen Fade Away Jumpshot bekannt, er hat diesen Wurf perfektioniert und kann ihn nicht nur beidbeinig, sondern auch einbeinig vollenden.

FANS

Man sollte zwischen Zuschauern und Fans unterscheiden. Wer Zuschauer ist, will in erste Linie ein gutes Basketballspiel sehen. Wer Fan ist, will die eigene Mannschaft unterstützen, damit ein gutes und erfolgreiches Spiel zustande kommt. Wenn man hört, dass laut von jeder Tribüne die „Allez Contern“-Sprechchöre erklingen, dann spürt man auf dem Spielfeld dass die gesamte Halle die Mannschaft zu Höchstleistungen antreiben möchte. Als Fan identifiziert man sich in erster Linie mit dem Verein und/oder der Stadt, aber halt auch mit der Mannschaft. Für die Mannschaft ist es ein tolles Gefühl zu spüren, dass sie akzeptiert wird. Diese Tatsache allein, aber auch die Gesänge und Anfeuerungen geben uns in jedem Spiel aufs Neue einen immens wichtigen Push. Es gibt Momente, in denen Zweifel aufkommen. Wenn man da merkt, dass die Fans nach wie vor an einen glauben, dann entstehen Kräfte, die man nicht erahnt hätte. Fans sorgen nicht dafür, dass der entscheidende Wurf sitzt. Fans sorgen jedoch dafür, dass der eigene Glaube an den Erfolg weiterlebt oder wiederbelebt wird.

FLOATER

Der Floater ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich der Basketball in den letzten Jahren verändert hat. Kleinere, und daher zumeist schnellere Spieler waren früher in der Lage, mit hohem Tempo zum Korb zu ziehen und dort per Korbleger erfolgreich abzuschließen. Die Athletik der großen Spieler hat sich jedoch zunehmend entwickelt, so dass der Schnelligkeitsvorteil nicht mehr groß genug war und Guards regelmäßig bei ihren Korblegerversuchen geblockt wurden. Also wurde ein Wurf entwickelt, der technisch und räumlich zwischen Korbleger und Sprungwurf angesiedelt ist und sich durch eine schnelle Wurfbewegung und eine besonders hohe Wurfkurve auszeichnet. Er ist im Vergleich zum Korbleger deutlich schwerer, jedoch haben große Spieler kaum eine Chance, diesen Wurf zu blocken.

GAME PLAN

Die Entstehung eines Game Plans dauert in der Regel eine ganze Woche. Zunächst werden die Videodaten gesammelt und analysiert. Sowohl die individuellen Stärken und Schwächen, als auch die taktische Strategie eines Gegners wird mit dem eigenen Team abgeglichen. D.h. man schaut, welcher Spieler besonders geeignet ist, die gegnerischen Schlüsselspieler einzuengen und mit welcher Team Defense man erfolgreiche Spielzüge unterbinden kann. Gleichzeitig schaut man, wo der Gegner verwundbar sein könnte. All dies fasst man in einem Scouting Report zusammen, den mann dann bei einem Meeting samt entsprechender Videosequenzen präsentiert. Je nach Coach erhalten die Spieler den Report natürlich auch schriftlich. Dennoch ist so ein Game Plan manchmal nur Theorie und muss im Verlauf eines Spiels angepasst werden.

GO-TO-GUY

Ein Go-to-guy ist ein Spieler, dem man in besonderen Situationen während des Spiels eine übergeordnete offensive Verantwortung gibt. In einer Phase, in der der Ball nicht in den Korb fallen will, oder am Ende eines Viertels / Spiels, soll der Go-to-Guy den Ball erhalten, da er mit größerer Wahrscheinlichkeit eine gute Entscheidung treffen wird. Besonders in der NBA gibt es einen regelrechten Hype um diese Rolle. Und nahezu jeder Superstar hat dort auch das Selbstverständnis, dass er diese Rolle ausfüllen muss. Tendenziell wird eine solche Aufgabe einem Guard zukommen, da er in aller Regel stärker im Dribbling und im Wurf ist.

HACK-A-SHAQ

Hack–a–shaq wurde als Strategie gegen Shaquille O’Neals Dominanz in der NBA erfunden. O’Neal war aus dem Spiel heraus kaum zu stoppen und vollstreckte seine Würfe in Korbnähe absolut hochprozentig. In der Regel gingen mehr als 60 % seiner Würfe durch den Ring. Da er jedoch mit einem zweifelhaften Freiwurf ausgestattet war, entschieden sich viele gegnerische Teams, bereits bei Ballerhalt zu foulen und ihm so gar keine Chance auf einen normalen Wurf zu geben. Diese Strategie hatte den Vorteil, dass O’Neal weniger Punkte pro Angriff erzielte, da seine Freiwurfquote deutlich unter 50 % lag. Nachteil der Strategie war, dass das Foulkonto der eigenen Spieler rapide anwuchs. Auch heute bedient man sich ab und an dieser Strategie. In unserer Liga ist diese Strategie nicht sonderlich verbreitet. Hauptsächlich ist das der Tatsache geschuldet, dass es solche dominante Center-Spieler nicht gibt. Und wenn doch, dann besitzen sie in aller Regel auch einen sicheren Wurf von der Linie.

HAND-OFF

Bei einem Pass gibt es eine räumliche Distanz zwischen Passgeber und Passempfänger. In diesen freien Raum kann ein Verteidiger eindringen und den Ball klauen. Das Hand–off hat den Vorteil, dass die Distanz gen null verringert wird, denn der Passgeber übergibt den Ball dem Passempfänger. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich bei einem Hand–off die beiden Protagonisten aufeinander zu bewegen müssen. Dieses Mehr an Bewegung sorgt dafür, dass eine Offense nicht so statisch ist und auch die Verteidigung sich mehr bewegen muss. Letztlich sorgt ein Hand–off dafür, dass der Verteidiger des Passempfängers für einen kurzen Augenblick blockiert wird und so seine Position zwischen Mann und Korb verliert. Daher kann man das Hand–off wie einen direkten Block betrachten, jedoch ohne die Risikokomponente Dribbling.

HUSTLE PLAY

Unter einem Hustle Play versteht man den Einsatz eines Spielers, um einen Ball in einer nahezu ausweglosen Situation zu erobern. Oft wird sich nach einem Ballverlust dem Ball hinterher geschmissen, oder ein eigentlich nicht zu erreichender Rebound wird eingesammelt. Dieser Einsatz geht oftmals zu Lasten des eigenen Körpers, denn nicht selten landet der hustlende Spieler bei der Aktion unsanft auf dem Boden. Diese Eigenschaft fordert man als Trainer letztlich von jedem Spieler ein. Aber es gibt trotzdem immer welche, die mit solchen Hustle Plays besonders hervorstechen.

IDENTITÄT

Als Coach fordert man vor der Saison von seinen Spielern ein, dass man als Kollektiv eine Identität zu entwickeln habe. Diese stützt sich in der Regel auf Standards, die man in jeder Begegnung abrufen möchte. Dinge, von denen man weiß, dass sie immer vorhanden sind, auch wenn der Ball mal nicht in den Korb fallen will. Klassisch sind dann Schlagwörter wie Teamgeist, Einsatz oder Ähnliches. Die Zusammenarbeit in der Defensive sollte wie ein Uhrwerk ablaufen. Darüber hinaus muss eine Identität in der täglichen Arbeit und im täglichen Miteinander erkennbar sein, gar nicht so sehr in den Spielen. Und dort spielt Respekt die Hauptrolle. Das fängt beim Respekt vor seinen Mannschaftskameraden an, geht bei Vereinsmitgliedern und Fans weiter und endet bei der Achtung des Gegners. Dies führt dazu, dass man freundlich und professionell ist, dass man sich auf Aufgaben gewissenhaft vorbereitet. Eine solche tägliche Herangehensweise soll dann auch am Wochenende spürbar sein: harte, leidenschaftliche Arbeit mit der richtigen Portion Demut und Spaß.

IN THE PAINT

Die Zone, oder neudeutsch „the paint“ ist ein heiß umkämpfter Bereich im Basketball. Der Angreifer möchte möglichst oft mit dem Ball dorthin, der Verteidiger will genau das vermeiden. Nicht nur, weil von dort Würfe mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Ziel finden, sondern auch, weil man von dort in alle Richtungen passen kann, versucht man entweder übers Passspiel oder über die Penetration den Ball dahin zu bewegen. Wenn der Ball dort erst einmal ist, dann öffnen sich oftmals auch Räume an der Dreipunktelinie.

IN THE ZONE

Ein Spieler ist „in the zone“, wenn er auch schwierige Würfe trifft und ihn kein Gegenspieler stoppen kann. Als Trainer versucht man auf der einen Seite, solche Situationen auszunutzen, dem Spieler viele Anspiele zu ermöglichen, auf der anderen Seite sollte man das Glück auch nicht überstrapazieren und das Teamspiel vernachlässigen.

MANN-MANN vs. ZONEN-VERTEIDIGUNG

Bei der Mann-Deckung werden dem Gegner wenig Freiräume ermöglicht und der Druck auf den Ball ist sehr hoch. Wenn man jedoch das Tempo der angreifenden Mannschaft verlangsamen möchte, oder den Ball vom Korb weghalten will, dann empfiehlt es sich, auch mal eine Zonenverteidigung (ganz korrekt heißt sie Ball-Raum-Verteidigung) einzustreuen. Die Gefahr dabei ist, dass der Gegner zu relativ offenen Dreipunktwürfen gelangt. Auch ist der Defensivrebound schwerer zu kontrollieren, da die klare Zuständigkeit für einen Gegenspieler nicht gegeben ist.

PICK & ROLL

Neudeutsch für Block und Abrollen. Meistens stellt sich der Power Forward oder Center in den Weg des Ballbesitzers, um für diesen einen Weg frei zu blocken. Als Folge dessen muss der Verteidiger des großen Spielers aushelfen, was wiederum Freiräume für den „Big Man“ eröffnet.

PLAYBOOK

Das Playbook ist das taktische Gerüst eines Teams. Man versteht darunter sowohl die offensiven Spielzüge, als auch die Defensivtaktiken. Wir verfügen über ein recht umfangreiches Playbook, versuchen aber gleichzeitig, die Spieler nicht zu überfordern. Offensiv soll es auch kein starres Korsett darstellen, sondern die Spieler sind aufgefordert innerhalb gewisser Regeln bzw. Laufwege freie Entscheidungen zu treffen. Jeder Spieler sollte in die Systeme involviert sein und Verantwortung übernehmen wollen. Auch defensiv ist ein Playbook von großer Bedeutung. Da ist es von Nöten, dass die Spieler wissen, wer in welcher Situation seinem Mitspieler wie zur Hilfe kommt. Hier sind klare Regeln noch wichtiger als im Angriff. Über diese kann man die sogenannte „Accountability“ generieren: derjenige der sich nicht an die Regeln hält, wird „haftbar“ gemacht ...

POINT FORWARD

Ein Begriff für die Vereinigung zweier Positionen beim Basketball, die sich eigentlich kaum vereinigen lassen. Das „Point“ steht für Point Guard, sprich Aufbauspieler. Das „Forward“ bezeichnet den großen Flügelspieler, der auch mit dem Rücken zum Korb agieren kann. Ein Point Forward kann somit von der Position eins bis zur Position vier eingesetzt werden. Die größte Stärke eines Point Forwards ist sein Spielverständnis. Er denkt wie ein Aufbauspieler und kann seine Mitspieler in ähnlicher Art und Weise in Szene setzen.

PSYCHOTRICKS

Gerade wenn eine Saison in die heiße Phase geht, dann können Kleinigkeiten den Ausschlag über Sieg und Niederlage geben. Da wird dann im Vorfeld einer Begegnung schon mal eine kleine Spitze durch die Presse kolportiert oder die Mannschaftsbank wird noch schnell gewechselt, um den Gegner vom Wesentlichen abzulenken. Wir werden versuchen, den Gegner nur im taktischen Sinne zu verwirren. Da hat man die Möglichkeit mit überraschenden Line-ups für Konfusion zu sorgen. Neue Offensiv- wie Defensivsysteme können ebenfalls ein wirksames Mittel sein. Aber auch da gilt: werden solche Mittel zu intensiv genutzt, sorgen sie eher dafür, dass die eigene Mannschaft den Faden verliert.

PUMP FAKE

Täuschungen sind ein ganz entscheidender Teil der Basketballtechnik. Man kann Täuschungen abseits des Balles (z.B. bei Schneidebewegungen) machen, man kann jedoch auch mit Ball täuschen. Dann wird der Ball selbst zum Objekt, das die Täuschung durchführt. Der Spieler täuscht eine Wurfbewegung an, in der Hoffnung, dass sein Verteidiger dem Weg des Balles folgt, um einen vermeintlichen Wurf zu blocken. Die Aufwärtsbewegung des Balles („pump“) sorgt dafür, dass der Verteidiger seine Position mit tiefem Körperschwerpunkt verlässt. Im aufrechten Zustand wird er dann zu langsam sein, um die Penetrationsbewegung des Angreifers verteidigen zu können.

SET PLAY

Einen Korb kann man im Schnellangriff, im strukturierten Positionsangriff oder auch im freien Spiel generieren. Möglichst oft sollen Punkte im Schnellangriff fallen, da zu dem Zeitpunkt die Verteidigung noch nicht komplett organisiert ist. Gelingt das nicht, wendet man Spielsysteme an, um sich einen möglichst freien Wurf zu erarbeiten. Diese sogenannten Set Plays variieren von Team zu Team, entsprechend der Philosophie der Trainer und den Möglichkeiten des spielenden Personals. Auch die Menge der Set Plays variiert. Am Ende der Saison steht man bei etlichen verschiedenen Angriffsoptionen.

SHOW TIME

Unser Ziel ist es, erfolgreich Basketball zu spielen. Das kann einher gehen mit einer spektakulären Spielweise, diese ist allerdings nicht notwendiger Bestandteil. Wir können durchaus damit leben, wenn sich unsere Mannschaft in einen Rausch spielt und dann auch mal in die Trickkiste greift. Grundsätzlich bevorzugen wir aber die solide Arbeit gegenüber dem stetigen Versuch zaubern zu wollen. Showtime wird also nicht von uns verordnet, wenn sie passiert und zielgerichtet bleibt, werden wir uns aber auch nicht dagegen wehren... Die Los Angeles Lakers in den Achtzigern verstanden es auf einzigartige Weise, Showelemente mit erfolgreichem Basketball zu kombinieren. Dafür maßgeblich verantwortlich war kein Anderer als Earvin „Magic“ Johnson.

SLAM DUNK

bedeutet eigentlich nur, dass ein Spieler den Ball besonders intensiv in den Korb „stopft“. Ein Dunking kann ohne große Kraftanstrengung vollzogen werden. Wenn der Spieler jedoch seine Oberkörper- und Armmuskulatur zur Hilfe nimmt, damit der Ball besonders hart durchs Netz swischt, dann ist es ein Slam Dunk. Neudeutsch würde man sagen: Der Spieler hat den Ball mit Autorität gedunkt. Als Vereinsverantwortlicher ist man da etwas emotionsloser: wie schön der Korb erzielt wird ist  zweitrangig. Hauptsache er wird erzielt...

SNEAKER

Ein Spezialthema für viele Spieler! Früher waren Basketballschuhe einfach nur Basketballschuhe. Man brauchte sie, um die Füße bestmöglich zu schützen. Heute können sich die Jungs und Mädels über Sneaker oder Kickz, wie sie noch dazu sagen, abendfüllende Diskussionen liefern. Eine legendäre Frage: Welches Air Jordan-Modell ist denn nun das beste? Keine Woche vergeht, in der nicht irgendein(e) Spieler(in) mit den neuesten Modellen ankommt.

SPD-GRUNDSTELLUNG

die SPD-Stellung hat nichts mit Politik in unserem Nachbarland zu tun, sondern steht für die englischen Begriffe shoot (werfen) – pass (passen) – dribble (dribbeln). Bei der Ballannahme hat der Spieler den Ball auf Brusthöhe zu halten, um dann eine der drei genannten Aktionen durchführen zu können. Mittlerweile kommt man mehr und mehr davon weg, die SPD-Position zu trainieren, weil der Ball direkt vor dem Körper gegen aggressive Verteidigung zu ungeschützt ist. Heutzutage sieht man die Spieler den Ball eher seitlich vom Körper tragen.

STATS

Statistiken spielen im Basketball eine große Rolle. Es ist hilfreich, während und nach dem Spiel auf einen Blick zu sehen, wer sich zu viele Ballverluste leistet und wer beim Rebound richtig zupackt. Und ganz ehrlich schaut man als Trainer auch auf die Punkte und Wurfquoten. Natürlich ist es erfreulich, wenn möglichst viele Spieler von uns zweistellig punkten und möglichst wenige des Gegners. Statistiken bergen aber auch die Gefahr, dass man die Leistungen von Spielern auf das Ablesbare reduziert. Ein starker Verteidiger, der es schafft, dass der beste Spieler des Gegners den Ball nicht in seine Hände bekommt, findet mit dieser Aktion genauso wenig Erwähnung in den Stats wie ein Spieler, der einen guten Block setzt, damit der Schütze des Teams einen offenen Wurf erhält. Von daher sind die „Boxscores“ ein sinnvolles Hilfsmittel, mehr aber auch nicht.

THERE IS NO "I" IN TEAM

Nun ja, wie es halt mit solchen Sprüchen ist, es gibt meist einen weiteren, der der schlauen Aussage widerspricht: there is no I in „TEAM“ but there is an I in „WIN“! Unabhängig davon ist Teamgeist wichtig und wird oftmals unterschätzt. Talent reicht nicht, wenn man es nicht gewinnbringend einsetzt. Teamgeist kann man auch nicht auf Knopfdruck generieren. Die richtigen Charaktere sind dafür von Nöten und der Faktor Zeit spielt eine bedeutende Rolle. Denn Teamgeist kann erst dann vorhanden sein, wenn ich meinem Mitspieler vertrauen kann. Die Entwicklung eben jenes Vertrauens bedarf Arbeit und Geduld.

TIMEOUT

Eine Auszeit (timeout) nimmt man zum Beispiel dann, wenn man eine schwächere Phase hat, d.h. wenn man entweder mehrmals hintereinander nicht punkten konnte oder zu viele einfache Körbe zugelassen hat. Manchmal nimmt man sie aber auch, wenn das Bauchgefühl sagt, dass gerade nicht konzentriert genug gespielt wird. Am Ende des Spiels sind Auszeiten sehr wichtig, da man zu diesem Zeitpunkt nur noch wenig Raum für Fehler hat und dementsprechend die Spieler sehr konkrete Handlungsanweisungen benötigen. Die Ansage sollte nicht zu viele Punkte beinhalten und die Redezeit kurz sein. Zu viele Information können die Spieler normalerweise während einer Auszeit nicht aufnehmen und verarbeiten.

TRAVELING - oder SCHRITTFEHLER

Das Lieblingsthema eines Coaches, wenn er mit US-amerikanischen Spielern arbeiten darf. Die Fiba-Regelung ist relativ einfach: Der Spieler hat ein Standbein (das Bein, welches bei Ballerhalt zuerst den Kontakt mit dem Boden aufnimmt) und darf dieses nicht anheben, bis er den Ball gedribbelt hat. Die Regelung in den US-Ligen ist jedoch nicht so eindeutig, sodass besonders Rookies (Frischlinge) vom College ihre liebe Mühe haben. Manchmal müssen wir die amerikanischen Spieler umgewöhnen. Die neue Regeln verstehen sie durchaus. Nur dauert es seine Zeit, bis man einen viele Jahre währenden Automatismus neu „programmiert”. Besonders schwierig ist für sie das Dribbling mit der rechten Hand. Man sollte noch ab und an Schrittfehler erwarten und diese dann auch entschuldigen.

TWEENER

Einen „Tweener“ zeichnet aus, dass er auf zwei Positionen zu Hause ist. Meistens spricht man von einem Tweener, wenn ein Spieler sowohl auf der Small- als auch auf der Power-Forward-Position eingesetzt wird. Einem Tweener haftet aber auch ein bisschen der Zweifel an, ob er nicht eventuell „nichts Halbes und nichts Ganzes“ ist. In meinen Augen ist Vielseitigkeit immer ein Plus, jedoch ist es auch wichtig, klare Stärken zu besitzen und nicht nur von allem ein bisschen zu können. Ein Forward, der auf beiden Positionen zu Hause ist, muss eine physische Spielweise akzeptieren können, genauso wie er in der Lage sein muss, vermeintlich langsamere Gegenspieler mit seiner Schnelligkeit und Finesse auszuspielen.

WEAKSIDE

Das Basketball-Spielfeld wird horizental durch die Mittellinie halbiert. Eine vertikale Trennung gibt es optisch nicht. Gedanklich spielt diese vertikale Linie im Coaching eine große Rolle. Das Spielfeld wird längs in die Seite mit Ball („strong side“) und in die Seite ohne Ball („weak side“, sprich „schwache“ Seite) unterteilt. Auf der „weakside“ findet ein Großteil der Teamdefense statt. Da dort auf direktem Wege nur selten Pässe hin gespielt werden, können sich die Verteidiger darauf konzentrieren, zur Hilfe zu eilen, wenn ein Spieler zum Korb penetriert, oder wenn ein Center in Korbnähe den Ball erhält. Für den Angriff wiederum ist es wichtig, auch auf der „weakside“ für Verwirrung zu sorgen, so dass die Zuordnung der Gegenspieler erschwert wird.

X' AND O'

Wenn man von X’s and O’s spricht, dann hat dies beim Basketball weniger mit Regeln als mit Laufwegen zu tun. In der Zeichensprache, die jeder Trainer und Spieler beherrschen muss, stellt man einen Verteidiger mit einem X dar und einen Angreifer mit einem O. Wenn eine Mannschaft ihre X’s and O’s beherrscht, dann führt sie ihre Spielsysteme sowohl offensiv als auch defensiv diszipliniert aus. Ein Team benötigt auch abseits der Taktik Regeln. Eine davon ist der Respekt eines Jeden für die Person und die Arbeit von Mannschaftskameraden, Trainer, Betreuer, Fans, Schiedsrichter, Sponsoren, ... Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.